Step by Step - Verlauf des Haarausfalls

Frühe Auseinandersetzung

Es ist wichtig sich früh damit auseinanderzusetzen, wie Sie mit dem Haarausfall umgehen möchten. Ob Sie ihn durch eine Perücke kaschieren, zu Accessoires wie Tüchern oder Hüten greifen oder den kahlen Kopf ganz offen zeigen wollen. Vor allem die Frage, ob eine Perücke angefertigt werden soll, sollte früh geklärt werden. Um eine möglichst authentische Perücke anfertigen zu können, ist der Besuch bei einem Zweithaarspezialisten noch einige Zeit vor der Chemotherapie unverzichtbar. Schließlich muss der Haarersatz noch angefertigt werden.

Für welche der drei Optionen Sie sich entscheiden, ob es jetzt eine zwei oder alle drei Möglichkeiten je nach Stimmung im Wechsel sind, hängt ganz von Faktoren wie der Persönlichkeit und Lebenslage ab. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass eine frühe Auseinandersetzung mit dem Haarverlust und Besorgung von benötigten Tüchern oder Haarersatz helfen können, mit der Situation besser klarzukommen.

Den Haarausfall leichter ertragen

Um den Haarausfall leichter ertragen zu können wird oftmals empfohlen, sich vor der Chemotherapie die Haare kurz schneiden zu lassen oder direkt den Kopf zu rasieren. Ein kurzer Haarschnitt bildet dabei eine Art Übergang, kurze Haare zu verlieren wirkt weniger dramatisch als sehr lange. Eine solche Frisur kann auch die Wirksamkeit einer Kältehaube verbessern.

Manche Patientinnen bevorzugen eine komplette Rasur des Kopfes. Sie warten also nicht darauf, dass die Krankheit ihnen die Haare "nimmt", sondern gehen diesen Schritt aktiv und bewusst. Sie bestimmen selbst wann und wie es passiert und behalten so das Gefühl den Verlauf ein Stück weit im Griff zu haben.

Manche Frauen sind darauf erleichtert, andere bedauern diesen Schritt. Aus diesem Grund ist es wichtig das ganze vorher gut zu überdenken.

Möglichkeiten Haarausfall zu verhindern oder zu Begrenzen

Eine Möglichkeit den Haarausfall zu verhindern oder wenigstens zu begrenzen ist die Hypothermie, auch Kältehaube genannt. Diese Praktik ist jedoch mit vielen Risiken verbunden, daher muss sie unbedingt zuvor mit dem zuständigen Arzt abgesprochen werden.

Die Kopfhaut wird mit einem Kühlaggregat in "Mützenform" (Temperatur etwa -15°C), das auf das nasse Haar gelegt wird, während der Verabreichung der Medikamente unterkühlt und so die Blutzirkulation und der Zellstoffwechsel der Haarwurzeln stark eingeschränkt. Ziel dieser Maßnahme ist, soweit wie möglich zu verhindern, dass die Medikamente in die Zellen der Haarwurzeln gelangen und diese Schädigen. Die Haube wird von 15 Minuten vor bis 15 Minuten nach der Behandlung getragen und für gewöhnlich alle 30 Minuten gewechselt.

Ein kurzer Harschnitt kann die Wirkung sehr verbessern.

Praktische Ratschläge

Um die Haare vor, während und nach der Chemotherapie möglichst zu schonen und so Haarverlust nach Möglichkeit ein wenig vorzubeugen, gibt es einige Strategien, die zwar wissenschaftlich nicht untersucht sind, aber bei einigen Patienten zu Erfolgen geführt haben.

  • am Vortag der Chemotherapie die Haare waschen und dann drei bis acht Tage nach der Behandlung nicht mehr waschen
  • die Haare weniger häufig waschen
  • wenig Shampoo verwenden
  • mildes Shampoo verwenden und fettende Shampoos vermeiden
  • eine weiche Bürste verwenden
  • Föhnen, wärmende Lockenwickler und Glätteisen vermeiden
  • Tönen, Strähnen und Dauerwellen vermeiden
  • Flechten und Zöpfe vermeiden

Beginn des Haarausfalls

Der Haarausfall beginnt in der Regel etwa zwei bis vier Wochen nach der ersten Medikamentengabe. Er kann von einem Brennen oder Kribbeln der Kopfhaut begleitet oder angekündigt werden. Es müssen jedoch nicht alle Haare ausfallen, die Schwere des Haarausfalls ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie etwa den Medikamenten, deren Dosis, die individuelle Verträglichkeit des Patienten, sein Alter, ob eine Kältehaube verwendet wurde, etc....