Haare ersetzen

Beim heutigen Stand der Technik ist es möglich, das Eigenhaar so natürlich und authentisch nachzuahmen, dass, wenn überhaupt, nur wenige einen Unterschied bemerken würden.

Warum die Haare ersetzen?

Die Gründe eine Perücke anfertigen zu lassen sind unterschiedlich. Auf der einen Seite werden die Patienten selbst und ihr näheres Umfeld, möglicherweise auch Kinder, durch die Haarlosigkei ständig an die Krankheit erinnert. Auf der anderen Seite möchten viele in der Öffentlichkeit nicht auffallen oder Blicke auf sich ziehen, sondern sich unbeobachtet bewegen können.

Auch wenn es Patienten selbst nicht stört keine Haare zu haben, sind da immernoch die ungewollten Reaktionen des familiären und näheren Umfelds und in der Öffentlichkeit. Mitleid, übertriebene Hilfsbereitschaft von jedem, die immer gleichen Fragen, Kontaktangst oder sogar Abneigung, Verspanntheit im Gespräch, all das macht den Umgang mit der Krankheit nicht leichter.

Beispiel

Sagen wir eine sehr selbstbewusste Frau erhält die Diagnose, dass sie an Krebs leidet, und entscheidet sich für eine Chemotherapie. Wie erwartet fallen ihre Haare aus, doch sie hat damit ihren Frieden gemacht und fühlt sich weiterhin in ihrem Körper wohl. Im Gegensatz zu ihr leidet ihre Familie sehr darunter, sie so zu sehen. Ständig wird ihr näheres Umfeld daran erinnert, dass sie an einer schweren Erkrankung leidet. Dass Freunde und Verwandte anders mit ihr umgehen und sich nicht wie sonst ihr gegenüber verhalten, bereitet ihr schließlich Unbehagen, auch die mitleidigen Blicke von Passanten ist sie leid.

Kann aus meinen eigenen Haaren eine Perücke gemacht werden?

Nehmen wir an einer Frau mit wunderschönen, langen Haaren steht eine Chemotherapie bevor, sie möchte sich daher aus ihren eigenen Haaren eine Perücke fertigen lassen. Rein theoretisch ist das möglich, bringt jedoch einige Einschränkungen, Nachteile und Probleme mit sich.

Bei der Herstellung der Perücke werden die Haare geknüpft oder geknotet, dadurch verlieren sie zwischen 5 cm und 20 cm ihrer Länge. Beim Knüpfen oder Knoten entsteht immer ein langes und ein kurzes Ende, dieses kurze Ende wird als Bart bezeichnet. Wird für diesen Bart eine relativ große Länge gewählt, ist die Haarlänge der entstehenden Perücke insgesamt kürzer, diese hat jedoch mehr Haarvolumen und ein sehr natürliches Aussehen. Wird der Bart sehr kurz gewählt, ist eine größere Haarlänge möglich, die jedoch sehr viel weniger Haarvolumen aufweist.

Nicht alle Haare einer Person haben die gleiche Länge. Bei einer sichtbaren Haarlänge von 40 cm ist die Hälfte der Haare weitaus kurzer. Viele Haare sind kürzer als 30 cm oder sogar 20 cm, dazu kommen die Neuhaare mit weniger als 10 cm Länge. Aufgrund des Längenverlustes bei der Herstellung sind Haare unter 25 cm nicht verwertbar. Alle kürzeren Haare werden aussortiert, nicht einmal die Hälfte der ursprünglichen Haarmenge bleibt übrig. Im Endeffekt wären die Haare um einiges kürzer und sehr viele weniger.

Da die zur Verfügung stehende Haarmenge begrenzt ist, gäbe es bei der Herstellung nur einen einzigen Versuch. Es dürfen keine Fehler vorkommen daher müsste mit größter Vorsicht gearbeitet werden. Die Haare müssen chemisch behandelt werden, damit sie nicht verfilzen. So würde die Herstellung 12 Wochen dauern, für diese Zeit müsste die Patientin auf eine andere Perücke ausweichen.

HAIRFAX Mitglieder können diese Möglichkeit nutzen, viel sinnvoller wäre es jedoch, diese gepflegten, langen Haare zu spenden und eine handgeknüpfte Perücke aus europäischem Echthaar zu tragen, beispielsweise das Modell HAIRFAX Firenze in 22 cm oder 35 cm Länge. Auf den Kaufpreis erhalten Sie in diesem Fall 10% Nachlass. Aus den gespendeten Haaren kann unter Umständern ein Haarteil für jemand anderes hergestellt werden, da dafür weniger Haare benötigt werden.

Bisheriges Erscheinungsbild oder Typveränderung

Damit der Haarersatz möglichst authentisch und auch rechtzeitig angefertigt werden kann, ist es unverzichtbar, bereits einige Zeit vor der Chemotherapie diesen bei einem Zweithaarspazialisten in Auftrag zu geben. Manche Patientinnen möchten lieber eine Perücke, die ihrem vorherigen Erscheinungsbild entspricht, um einen gewissen Rückhalt zu gewinnen und Normalität zu bewahren. Alle HAIRFAX qualifizierten Friseure und Studios bieten in diesem Bereich besondere Beratung und Auswahl an.

Andere Frauen sehen darin jedoch eine willkommene Möglichkeit für eine Typveränderung. Durch den Raum für Experimente trauen sich viele Frauen etwas neues auszuprobieren, oftmals mit überraschend positiven Ergebnissen.

Woher beziehe ich am besten eine Perücke?

Für den Kauf und die Auswahl einer Perücke wenden Sie sich am besten an einen professionellen Zweithaarspezialisten, idealerweise bereits einige Zeit vor der Chemotherapie. Wenn eine Perücke gesucht wird, die möglichst dem natürlichen Erschinungsbild entspricht, ist es notwendig, dass der Haarausfall noch nicht begonnen hat. Zu berücksichtigen ist auch die Anfertigungs- und Lieferzeit, da der Haarersatz rechtzeitig zur Verfügung stehen soll.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Beim Kauf einer Perücke gibt es vieles zu beachten und einige Entscheidungen zu treffen. Die Auswahl ist groß und prinzipiell lässt sich für jeden eine passende Perücke finden, die ihn in seinem Alltag und auch bei Freizeitaktivitäten begleitet. Eine Perücke zu tragen, muss keine Einschränkung der persönlichen Freiheit bedeutet.

Welche verschiedenen Optionen sich anbieten lesen Sie in der Rubrik Auswahl einer Perücke.